Zephir gGmbH i.G.

Zuwanderung und gesellschaftliche Teilhabe

Mit dieser inhaltlichen Positionierung möchten wir einen Impuls zur Weiterentwicklung der Diskussion über Migration-Integration-Partizipation leisten und damit auch alle interessierten Menschen einladen an diesem Prozess teilzunehmen.

Zephir e.V. bietet Beratung für Menschen an, die nach der Bundesrepublik Deutschland zugewandert sind. Mit dieser Beratung verfolgt Zephir e.V. das Ziel, die zugewanderten Menschen an der gesellschaftlichen Teilhabe zu unterstützen. Wir verstehen den Prozess von Migration und Partizipation als einen Prozess der Inklusion und nicht als Prozess der Integration.

„Die Forderung nach Sozialer Inklusion ist verwirklicht, wenn jeder Mensch in seiner Individualität von der Gesellschaft akzeptiert wird und die Möglichkeit hat, in vollem Umfang an ihr teilzuhaben oder teilzunehmen. Unterschiede und Abweichungen werden im Rahmen der sozialen Inklusion bewusst wahrgenommen, aber in ihrer Bedeutung eingeschränkt oder gar aufgehoben. Ihr Vorhandensein wird von der Gesellschaft weder in Frage gestellt noch als Besonderheit gesehen. Das Recht zur Teilhabe wird sozialethisch begründet und bezieht sich auf sämtliche Lebensbereiche, in denen sich alle barrierefrei bewegen können sollen.

Inklusion beschreibt dabei die Gleichwertigkeit eines Individuums, ohne dass dabei Normalität vorausgesetzt wird. Normal ist vielmehr die Vielfalt, das Vorhandensein von Unterschieden. Die einzelne Person ist nicht mehr gezwungen, nicht erreichbare Normen zu erfüllen, vielmehr ist es die Gesellschaft, die Strukturen schafft, in denen sich Personen mit Besonderheiten einbringen und auf die ihnen eigene Art wertvolle Leistungen erbringen können.“ (Wikipedia: Inklusion)

Zugewanderte Menschen sind dann inkludiert, wenn sie in gleicher Weise Zugang zu den gesellschaftlichen Ressourcen haben, wie die vorhandene Bevölkerung. Weder Separation noch Assimilation sehen wir als zielführend für gelungene Inklusion (vgl. die Grafik, ebenfalls Wikipedia: Inklusion).

Inklusion

Es wird an dieser Stelle weder vorausgesetzt noch unterstellt, dass alle Mitglieder der gegenwärtigen Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland einen sozial gerechten Zugang zu den gesellschaftlichen Ressourcen haben. Dies verweist uns auf die Differenzierung der Unterschiede. So sind es Unterschiede 1. Ordnung, die die ökonomischen und habituellen (Bourdieu) Grundlagen bilden und bestimmend sind. Unterschiede 2. Ordnung durch kulturelles Lernen und Erziehung, durch Bildung, Religion, Sprache, Männer-/Frauenbilder, Familienstrukturen usw. spielen ebenfalls eine nicht zu unterschätzende, aber keine determinierende Rolle.

Fremdenfeindlichkeit verweist auf Voreingenommenheit, Vorurteile und auf Ängste des sozialen Abstiegs. Dies ist sowohl bei einem Teil der einheimischen Bevölkerung beobachtbar, die gebildete, gut qualifizierte und finanziell gut gestellte Migranten der unterschiedlichen Generationen aufwärts, und damit an sich vorbei fahren, sehen. Aber auch bei Menschen mit einer Migrationsgeschichte, die die Konkurrenz durch weitere Migranten befürchten und diese als Konkurrenten um Arbeitsplätze, Wohnungen und Sozialleistungen –gesellschaftlich endlich finanzielle Ressourcen-, wahrnehmen. Im Vergleich zu den Unterschieden 1. Ordnung, rücken die Unterschiede 2. Ordnung in das Bewusstsein, der medialen Aufmerksamkeit und damit in die sozialen Auseinandersetzungen. Die national und international ständig weiter auseinandergehende Schere zwischen Arm und Reich, und dessen sozialökonomische Basis, wird entweder ignoriert oder als unveränderliche Konstante eingeschätzt.